Centaur Impro

Die Sonate Nr.1 („Centaurus“) für präpariertes Klavier entstand 2010 und wurde für den australischen Pianisten Mark Kruger komponiert. Die vier unterschiedlichen Registereinteilungen des modernen Konzertflügels (getrennt durch die gusseiserne Rahmenbegrenzung) symbolisieren die Bereiche Körper, Herz, Seele, und Geist (Intellekt) Die tiefsten 26 Tasten und Saiten sind dem Unterleib, also dem animalischen Wesen zugeordnet. Für die folgende Tastenzone werden 22 Radiergummis benutzt, die jeweils auf der Höhe des vierten bis siebten Obertones zu befestigen sind. Der hieraus entstehende, glockenartige Klang (versinnbildlicht den Herz und Emotionsbereich. In der „dritten Zone“ wird ausschließlich der Innenraum des Flügels verwendet. (der Spieler zupft, schnippt oder tremoliert in den Saiten). Dieser metallische Klang bezeichnet die Seele des Zwischenwesens und steht für die reine Spiritualität. Die letzte Tastenzone spiegelt den Intellekt. Hierfür wird die Tastatur mit Stoff abgedämpft, so dass ein erstickter und perkussiver Klang entsteht.

Die antagonistische Spannung innerhalb dieser einzelnen Bereiche verdeutlicht die Verwendung der Sonatenhauptsatzform.

Andreas F. Staffel